VOM PRAGSER WILDSEE DEM HIMMEL ENTGEGEN

Gibt es denn einen zutreffenderen Titel als - "Un passo dal cielo" - für die Krimiserie um den von Terence Hill gespielten Förster Pietro, die hier am Pragser Wildsee gedreht wird? Wohl kaum! "Einen Schritt vom Himmel entfernt" trifft es wirklich auf den Punkt. Sicherlich auch ein Grund warum man hier am See selten alleine ist. 3 große Touristenparkplätze und ein Hotel in unmittelbarer Umgebung belegen diese These. Doch bei einer herbstlichen Wanderung, etwas abseits der Hauptwege, auf den sich auftürmenden Seekofel, ist Einsamkeit und Ruhe in Bilderbuchkulisse nahezu garantiert.

Wassertemperaturen von maximal 18 Grad laden zwar nicht grade zum Schwimmen ein, ein Spaziergang um den 1,2 km langen und 400 breiten See, eine Tour mit einem Holz-Paddelboot oder ein Picknick am Ufer lohnen jedoch sich allemal. Um gut eintausenddreihundert Meter überragt der, sich im See spiegelnde Gipfel des Gr. Seekofels, den Pragser Wildsee. Das ist eine Ansage! Erstens über die Ausdehnung des Berges und zweitens für die bevorstehende Tagestour.

Die Tagestour in den Pragser Dolomiten

Mit Blick auf die gewaltigen Nordabstürze des Gr. Seekofels beginnt die Wanderung am Bootsverleih. Über die Westseite des Sees erreicht man recht bald die Jausenstation Grünwaldalm. Linksgerichtet beginnt dort der Weg Nr. 23 und führt zunächst durch einen Fichtenwald. Steiler werdend, läuft man vorbei an Zirben und Latschenunterholz. Mit massiven Felswänden umschlossenen, ist der Kessel, aus dem ein Zickzack-Weg die vorausliegenden Geröllfelder hinauf zur Seitenbachscharte führt. Plötzlich verändert sich die Szenerie der Hochgebirgslandschaft und satte Wiesen breiten sich aus. Ohne Höhengewinn führt der weitere Weg entlang der Seekofel-Südwand. Bald darauf ist die Seekofelhütte erreicht. Die tolle Aussicht verleiht genug Power um auch noch den Gipfel und somit weitere 400 Höhenmeter in Angriff zu nehmen.

In den kurzen Kehren zu Beginn des Aufstiegs ist etwas Trittsicherheit gefragt, während die letzte Passage zum Gipfelkreuz deutlich abflacht. Vom Gipfel ist sie nun zu sehen, die versammelte Prominenz der Dolomiten: auf der Westseite strecken sich die drei Zinnen gen Himmel, im Osten stehen die Berggruppen um Peitlerkofel und Tofana sowie der dahinter auszumachende Marmaloda. Auf der Südseite stürzt der Seekofel regelrecht in die Tiefe und der smaragdgrüne Pragser Wildsee wirkt von hier oben wie ein Planschbecken.

Der perfekte Zeitpunkt für eine ausgedehnte Jause.

Auf dem Rückweg chillten in unmittelbarer Sichtweite einige Steinböcke auf dem riesenhaften Gipfeldach. Sicherlich nicht der schlechteste Platz für einen Steinbock!

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Kommentare: 2
  • #1

    Christoph (Montag, 29 Mai 2017 18:07)

    Das Bild mit dem Steinbock und dem Blick auf die drei Zinnen ist der absolute Hammer!

  • #2

    andi (Samstag, 08 September 2018 13:05)

    Sauwärt!