KÖNIGSPINGUINE AUF FEUERLAND

Als im Jahr 2010 eine Gruppe von Königspinguinen die breite Küste Feuerlands erreichte, war zunächst nicht davon auszugehen welche Auswirkungen dies haben wird. Wurden doch über die Jahre diverse Besuche von Königspinguinen auf Feuerland registriert. Das verwunderlich war, dass sich 8 Königspinguine entschieden, Bahía Inútil auf Feuerland zu Ihrer neuen Heimat zu machen. Dies wurde als kleine Sensation eingestuft, da sich die riesigen Vögel davor ausschließlich auf subantarktischen Inseln und vor allem in Südgeorgien niederließen. 

 

Die Besitzer des Küstenabschnittes entschieden, die Tiere zu schützen und Erhaltungsmaßnahmen zu treffen. Mit Hilfe von Biologen, Tierärzten und auch Dank der Einnahmen des nachhaltigen Tourismus konnte die Kolonie immer weiter wachsen. Der Parque Pingüino Rey öffnete im Jahr 2011. Inzwischen können sich deutlich über 150 Königspinguine im chilenischen Teil Feuerlands dauerhaft beobachten lassen. 

 

Tour zu den Köngispinguinen

Königspinguine auf Feuerland: Die Autofähre vor der Überfahrt der Magellanstraße
Königspinguine auf Feuerland: Die Autofähre vor der Überfahrt der Magellanstraße

Die Königspinguine erreicht man am einfachsten per organisierter Tagestour vom patagonischen Festland in Punta Arenas. Der Preis richtet sich nach Nachfrage der jeweiligen Touren. In unserm Fall waren es rund 62 € pro Person. Die Tour beginnt in den frühen Morgenstunden mit der Querung der Magallanstraße. Gut 2 Stunden dauert die Überfahrt auf einem Fährschiff bis schließlich Porvenir in Feuerland erreicht ist.

 

Königspinguine auf Feuerland: Portait der letzten Feuland-Indianierin in Porvenir
Königspinguine auf Feuerland: Portait der letzten Feuland-Indianierin in Porvenir

Die meisten Pinguin-Touren machen einen Stopp im örtlichen Museum, wo wissenswertes über die einstigen Feuerland Indianer ausgestellt ist. Sehenswert ist die verschlafene Kleinstadt Porvenir jedoch nicht wirklich.

 

In einem Minivan wendete sich unsere kleine Gruppe für weitere 2 Stunden in Richtung Süden. Schon war die die Bahía Inútil erreicht. Die  "Nutzlose Bucht" verdankt ihren Namen den Seefahrern, die in dieser Bucht nicht ihren  erhofften Weg durch die Magellanstraße fanden. Aufgrund der regelmäßig, starken Winde in diesem Küstenabschnitt, stellt sich die Umgebung karg und weitgehend unbewachsen dar.

Irgendwann am frühen Nachmittag stoppte der Van auf der staubigen Schotterpiste und die kleine Reisgruppe war schlagartig hellwach. Der Parque Pingüino Rey war endlich erreicht.

Bevor man die ersten Pinguine im Park zu Gesicht bekommt, wird man jedoch von  einem Ranger in dessen Büro begrüßt. Ein kurzer, interessanter Vortrag über Pinguine und einige Sätze über Königspinguine auf Feuerland und deren Leben in neuer Umgebung werden den Besuchern mit auf den Weg gegeben. 

 

Die Anzahl an Besuchern in diesem öden und dünn besiedelten Landstrich ist trotz Pinguine, sehr gering. Begleitet von  heftigen Seitenwinden war die Küste  in wenigen Gehminuten über einen markierten Pfad erreicht. Und plötzlich stehen Ihr die Besucher gebenüber. Einer Gruppe Königspinguine in freier Wildnis. 

Aufgrund der stattlichen Entfernung von etwa 60 Meter, aus der die Pinguine zu  beobachten sind, ist es ratsam ein Fernglas mitzubringen. Damit lassen sich die erhabenen Tiere in ihrem schwarz-weißen Federkleid und Ihrem orangen Halsansatz bestens beobachten. Beeindruckend ist ihr sozialverhalten.

 

Während eine kleine Gruppe in heftigen Diskussionen verstrickt ist, beschäftigen sich andere Pinguine mit der Pflege ihres dichten Gefieders. Andere strecken ihren Kopf in den turbulenten Wind und versuchen einige Sonnenstrahlen zu erhaschen. Vereinzelt lassen sich auch kleine Streitigkeiten mit gegenseitigen Attacken ausmachen. Der Nachwuchs ist von all diesem Treiben relativ unbeeindruckt und steckt  noch in seinen braunen Jugendmantel. Von einer im Hintergrund liegenden Düne, kehren vereinzelt Königspinguine von Ihren Tauchgängen zurück. Sie waren auf der Jagd nach kleinen Fischen, Tintenfischen und Krill. Rund  150 intensive Tauchgänge unternimmt ein Königspinguin pro Tag in Tiefen von Großteils über 50 Meter.

Der Königspinguin ist der zweitgrößte Pinguin von allen 18 Arten die weltweit existieren. Ein ausgewachsenes Tier misst stolze 90 cm. Zusammen mit Ihren größeren artverwandten Kaiserpinguinen bilden Sie die Gattung der Großpinguine.

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